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15. Oktober 2021

#20: Online Shop Analyse: Was Du von Modegigant UNIQLO lernen kannst

Freddy Braun - mad.Design GmbH
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Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Sammle E‑Mail Adressen und nutze eine Onboarding E‑Mail Sequenz mit Storytelling statt reinen Produktangeboten.
  • Reduziere Checkout Reibung durch Kundenkonto, mehrere Zahlungsmethoden und Kauf auf Rechnung.
  • Verringere Bestellrisiko mit guten Größenangaben, Vergleichsabbildungen und strukturierten Rezensionen.
  • Nutze Upsells vor und nach dem Kauf um den durchschnittlichen Bestellwert zu steigern.
  • Kommuniziere Rücksendegebühren mit einer nachvollziehbaren Story zum Kundennutzen oder zur Nachhaltigkeit.

In dieser Folge analysiere ich den Onlineshop von UNIQLO aus der Perspektive von mad.Design und ziehe konkrete Learnings für Shopbetreiber. Ich zeige, was UNIQLO sehr gut macht, wo Potenzial liegt und wie du Besucher in zahlende Kunden und schließlich Wiederkäufer verwandelst.

Vor der Bestellung; E-Mail Listen und erstes Erlebnis

UNIQLO setzt auf Leadmagneten. Beispiel: 10 Euro Willkommensgutschein für Newsletterabonnenten. Das ist richtig, weil du so einen direkten Kommunikationskanal erhältst. Allerdings verschenken sie Potenzial in der Art der Ansprache.

  • Problem bei UNIQLO: Nach der Anmeldung folgten ein bis zwei E-Mails pro Tag mit reinen Produktangeboten. Das führt zur Abmeldung.
  • Verbesserung: Eine Onboarding Sequenz mit Storytelling. Erkläre das Warum der Marke. Erzähle kurze Geschichten zur Produktentstehung oder Kooperationen wie mit Roger Federer.
  • Nutzen für dich: Menschen kaufen nicht nur Produkte. Sie kaufen Werte. Das stärkt Loyalität und reduziert Preissensitivität.

Vor der Bestellung E-Mail Kanal strategisch nutzen

Was du konkret aus der Folge mitnehmen kannst:

  • Sammle E-Mail Adressen konsequent. E-Mails erreichen die Empfänger ohne Algorithmusfilter.
  • Baue eine mehrstufige Onboarding Sequenz. Beispiele: Markenstory, Material und Produktion, Pflegehinweise, Typische Anwendungsfälle.
  • Vermeide tägliche reine Rabatt E-Mails an neue Abonnenten. Biete Mehrwert statt Pushverkauf.

Während der Bestellung Checkout Usability und Vertrauen

Amazon ist ein gutes Beispiel dafür, wie weit Unternehmen gehen, um Bedenken auf dem Weg zur Bestellung auszuräumen. In den Anfangstagen nahm Amazon teils Bestellungen telefonisch entgegen. Die Lehre: Stelle die Wünsche deiner Kunden in den Mittelpunkt und eliminiere Kaufbarrieren.

  • Kundenkonto: Ermöglicht gespeicherte Zahlmethoden, schnelle Wiederbestellungen und Sendungsverfolgung. Das reduziert Klicks beim Checkout.
  • Multiple Zahlungsmethoden: Biete Kreditkarte, PayPal, Kauf auf Rechnung und lokale Präferenzen an. UNIQLO nutzt Klarna für Kauf auf Rechnung. Bekanntheit des Anbieters schafft Vertrauen.
  • Glatte Checkout Flows: Je weniger Klicks, desto höhere Conversion. Amazon hat das eindrucksvoll gezeigt.

Passform und Produktdarstellung reduzieren Rückfragen

Mode hat intrinsische Unsicherheiten. UNIQLO nutzt Größenangaben, Vergleichsabbildungen und Rezensionen. Das sind die richtigen Hebel. Aber kleine Verbesserungen schaffen großen Mehrwert.

  • Modelangaben erweitern: Immer Höhe und getragenen Größen der Models anzeigen.
  • Geführte Rezensionen: Frage Käufer nach ihrer Körpergröße, bestellter Größe und einer kurzen Einordnung wie eng oder locker das Produkt sitzt.
  • Vergleichsvisuals: Zeige das Produkt im Vergleich zu bekannten Marken oder zu unterschiedlichen Körpertypen.

Upsells sinnvoll einsetzen

Der Kaufmodus ist der Moment mit hoher Kaufbereitschaft. Nutze diesen Zeitpunkt für passende Angebote. Das steigert den durchschnittlichen Warenkorbwert und bietet echten Mehrwert für den Kunden.

  • Frag dich bei jedem Produkt: Welches ergänzende Produkt hilft dem Käufer?
  • Beispiele: Bei Kaffee Zubehör wie Reinigungsbürsten oder Präzisionstrichter anbieten.
  • Offers während und kurz nach dem Checkout erhöhen Conversion und Average Order Value.

Nach der Bestellung Retouren Kommunikation und Nachhaltigkeit

UNIQLO erlaubt Retouren aber berechnet 2,95 Euro Rücksendegebühr. Das ist nicht falsch, es fehlt jedoch die Begleitkommunikation, die diese Gebühr erklärt oder als Statement positioniert.

  • Problem: Gebühren allein wirken wie ein Abschreckungsposten.
  • Lösung: Kommuniziere den Zweck. Beispiel: Weniger Retouren heißt weniger Transportaufwand und geringere CO2 Belastung. Wenn das zutrifft, nutze dieses Argument sichtbar.
  • Alternativ: Biete kostenfreie Retouren als Vorteil für Premiummitglieder oder ab einer Bestellsumme an.

Phase Konkrete Maßnahmen Metrik zur Erfolgsmessung
Vor der Bestellung Leadmagnet mit Onboarding Sequenz und Storytelling Anmelderate Newsletter, Abmelderate First Week
Während der Bestellung Kundenkonto optional, mehrere Zahlarten, optimierter Checkout, Upsells Checkout Abbruchquote, Conversionrate, AOV
Nach der Bestellung Rücksendepolitik erklären oder Anreize schaffen, strukturierte Rezensionen Retourenrate, Wiederkaufrate, Net Promoter Score

Fazit und konkrete To Dos für deinen Shop

UNIQLO macht vieles sehr gut. Sie sammeln E-Mail Adressen, bieten Größenhilfen und etablierte Zahlungsmethoden. Der größte Hebel liegt für mich im Storytelling und in der Art wie Gebühren kommuniziert werden. Das ist die Chance, echte Fanbindung aufzubauen.

  • Sammle E-Mail Adressen und baue eine mehrstufige Onboarding Sequenz mit Storytelling.
  • Optimiere Checkout Reibung durch Kundenkonto Option und Kauf auf Rechnung.
  • Verstärke Rezensionen durch standardisierte Felder für Körpermaße und Passform.
  • Nutze Upsells passend zum gekauften Produkt kurz vor oder nach dem Abschluss.
  • Kommuniziere Retourengebühren mit einer nachvollziehbaren Story oder biete gezielte Ausnahmen.

Wenn du Unterstützung beim Aufbau oder der Optimierung deines Shops möchtest, dann schau dir gerne unsere Arbeit an unter maddesign.media. Dort arbeiten wir marketingorientiert und bauen Shops, die verkaufen.

Wie kann ich E‑Mail-Marketing nutzen, um Besucher in Käufer und Wiederkäufer zu verwandeln?

Sammle konsequent E‑Mail Adressen mit einem Leadmagneten (z. B. Willkommensgutschein) und setze statt sofortiger Rabatt‑Mails eine mehrstufige Onboarding‑Sequenz ein. Nutze Storytelling (Markenwhy, Produktentstehung, Pflegehinweise) in den ersten E‑Mails, um Vertrauen und Wertbindung aufzubauen. Metriken: Anmelderate, Abmelderate in der ersten Woche, Öffnungs‑ und Klickrate.

Wie sollte eine wirkungsvolle Onboarding‑Sequenz für neue Newsletter‑Abonnenten aussehen?

Plan 4–6 E‑Mails mit klaren Themen: Markenstory, Produktionsmaterialien, Pflege/Anwendungsfälle, Social Proof/Rezensionen und ein sanfter Kauf‑Reminder. Vermeide tägliche reine Rabattangebote; liefere stattdessen Mehrwert und emotionale Gründe für den Kauf. Teste Timing und Inhalte anhand Öffnungs‑ und Conversionraten.

Welche Maßnahmen reduzieren Reibung im Checkout und erhöhen die Conversionrate?

Biete ein optionales Kundenkonto, mehrere bekannte Zahlungsmethoden (Kreditkarte, PayPal, Kauf auf Rechnung via Klarna) und einen schlanken, wenigen Klicks erfordernden Checkout. Reduziere Formularfelder, ermögliche gespeicherte Zahlmethoden und zeige klar Versand‑ und Rückgabeinformationen. Metriken: Checkout‑Abbruchquote, Conversionrate, durchschnittlicher Bestellwert (AOV).

Wie verringere ich das Bestellrisiko bei Modeprodukten und senke Retouren?

Ergänze Produktseiten mit präzisen Größenangaben, Modelangaben (Größe und getragene Größe), Vergleichsvisuals zu bekannten Marken und strukturierten Rezensionen, die Körpermaße und Passform enthalten. Nutze geführte Review‑Formulare (Körpergröße, bestellte Größe, Passformbewertung) und Vergleichsbilder für unterschiedliche Körpertypen. Ergebnis: geringere Retourenrate und höhere Kaufzufriedenheit.

Wann und wie setze ich Upsells ein, ohne die Conversion negativ zu beeinflussen?

Platziere relevante Upsells während des Kaufprozesses und kurz nach dem Checkout — nur Produkte, die das Hauptprodukt sinnvoll ergänzen. Frage bei jedem Produkt: Welches Zubehör schafft echten Mehrwert? Messe Erfolg über Upsell‑Conversionraten und Veränderung des AOV.

Wie kommuniziere ich Retourengebühren, ohne Käufer abzuschrecken?

Erkläre Rücksendegebühren transparent mit einer nachvollziehbaren Story (z. B. weniger Transport = geringere CO2‑Bilanz) oder biete Ausnahmen (kostenfreie Retouren für Premiummitglieder oder ab Mindestbestellwert). Sichtbare Nutzenargumente reduzieren Frustration; alternative Anreize können die Wahrnehmung verbessern. Metriken: Retourenrate, NPS, Wiederkaufrate.

Welche KPIs sollte ich für Vor, Während und Nach der Bestellung tracken?

Vor der Bestellung: Anmelderate Newsletter, First‑week‑Abmelderate, Öffnungs‑/Klickrate. Während der Bestellung: Checkout‑Abbruchquote, Conversionrate, AOV. Nach der Bestellung: Retourenrate, Wiederkaufrate, Net Promoter Score (NPS). Diese KPIs zeigen, wo Optimierungshebel wirken.

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