Das Wichtigste auf einen Blick:
- Der Marketing-Funnel ist kein geradliniger Trichter, sondern eine komplexe Kundenreise mit mehreren Berührungspunkten.
- Für E-Commerce-Unternehmen ist die Profitabilität des Erstkaufs entscheidend, insbesondere bei günstigen Produkten mit hohem Werbekostenanteil.
- Werbung für Dienstleistungen unterscheidet sich grundlegend von Produktwerbung, da komplexe Dienstleistungen meist keinen direkten Sofortkauf ermöglichen.
- Ein effektiver Funnel beginnt mit einem unverbindlichen Erstkontakt, wie etwa einem Beratungsgespräch, um Vertrauen aufzubauen und Kunden langfristig zu gewinnen.
- Die Planung und Optimierung des Funnels zwingt Unternehmen, ihre Marketing- und Vertriebsprozesse systematisch und messbar zu gestalten.
In dieser Folge erkläre ich, warum der Marketing-Funnel mehr als ein simpler Trichter ist und welche Herausforderungen E-Commerce-Unternehmen und Dienstleister bei der Kundenakquise haben. Dabei gehe ich besonders auf die Profitabilität des Erstkaufs ein und zeige, wie ein gut durchdachter Funnel hilft, Kunden nachhaltig zu gewinnen und Marketingbudget effektiv einzusetzen.
Der Begriff Funnel, also Trichter, beschreibt im Marketing den Prozess, bei dem potenzielle Kunden schrittweise zu zahlenden Kunden werden. Oben im Funnel werden Interessenten angezogen, am Ende stehen Abschlüsse. Das Bild eines Trichters ist jedoch irreführend, weil der Weg des Kunden selten so linear verläuft. Ich bevorzuge deshalb den Begriff Kundenreise, da dieser die vielen Berührungspunkte und Zwischenschritte besser widerspiegelt.
Viele Unternehmen verlassen sich bei Vertrieb und Marketing auf Zufall und ihr bestehendes Netzwerk. Die systematische Gestaltung eines Funnels zwingt dazu, den Prozess planbar zu machen:
Übliche Funnel-Elemente sind Werbeanzeigen, Freebies wie Whitepaper oder Erstgespräche und eine E-Mail-Serie, die kontinuierlich Mehrwert liefert und auf das Angebot aufmerksam macht.
Aus meiner Erfahrung als Geschäftsführer von mad.Design sehe ich, dass die größte Herausforderung im E-Commerce darin besteht, den Erstkauf profitabel zu gestalten. Das Werbebudget wird eingesetzt, um Kunden zu gewinnen, aber wenn der Kunde nur ein günstiges Produkt unter 50 Euro kauft und die Akquisekosten bei 50 Euro liegen, wird der Erstkauf zum Verlustgeschäft.
Das bedeutet für Shop-Betreiber:
Gerade Massenmarktprodukte wie Socken, Unterwäsche oder Parfüm sind zwar leichter zu verkaufen, aber gleichzeitig auch in der Werbung sehr wettbewerbsintensiv und teuer.
Bei Produkten, vor allem im Online-Shop, kann man direkt für das jeweilige Produkt werben. Zum Beispiel für Fitness-Leggings mit Rabattaktionen oder Bundle-Angeboten. Die Werbebotschaft ist klar und der Kunde kann sofort kaufen.
Bei Dienstleistungen ist das anders. Dienstleistungen sind oft komplex und individuell, so dass ein direkter Verkauf über Werbung nicht funktioniert. Es ist meistens notwendig, erst Vertrauen aufzubauen und einen persönlichen Kontakt herzustellen, etwa durch ein unverbindliches Erstgespräch.
Deshalb ist es sinnvoll, in der Werbung nicht die Dienstleistung direkt zu verkaufen, sondern einen Schritt davor anzusetzen und Leads zu gewinnen, die man dann durch eine persönliche Beratung zu Kunden macht.
Mit diesem Verständnis kannst du deine Webpräsenz so gestalten, dass sie nicht nur Besucher anzieht, sondern diese auch effektiv in zahlende Kunden verwandelt.
Weitere aktuelle Folgen
.
.
.